Am bekanntesten ist der Horizont des Auges. Auch für das Ohr (und natürlich auch all die anderen Sinne) verfügbar, nur nicht so anschaulich zu beschreiben. In manchen Kulturen sieht man auch das Bewusstsein als Sinnesorgan an, als 6. Sinn (lustig, die beiden Sichtweisen zu vergleichen).

Das meiste ist hinter dem Horizont. Man kann es erreichen. Jedoch es ist unermesslich. Vielleicht kann man sich erinnern, an etwas das dahinter liegt, wenn man dort gewesen ist. Bezogen auf das Sinnesorgan des Bewusstseins spricht man vom Unbewussten oder meinetwegen auch vom Unterbewussten. Eine Frage des Blickwinkels. Man kann auch vom Überbewußten sprechen. Jedenfalls ist es unendlich weit (umgangssprachlich gesprochen, d.h. man kann kein Ende in endlicher Zeit erreichen, siehe auch räumliche Weite) und natürlich auch unendlich lange (schon immer gewesen und wird immer sein). So gesehen ist auch das Begrenzte, durch den erkennbaren Horizont begrenzte, potenziell unbegrenzt, weil die Horizonte lediglich das augenblicklich Sichtbare bestimmen. Es ist jeweils für einen bestimmten Zeitraum begrenzt, aber nicht darüber hinaus. Sonst würde man ja auch durcheinander kommen.

Das meiste ist hinter dem Horizont. Vielleicht in den Untergrund gegangen? Eine Frage der Perspektive.

Sinnesorgan, was für ein Begriff. Ein Fenster einerseits und eine bestimmte Art zu betrachten. Sinnesorgane zum Sinnen. Sinnen wie im Mittelhochdeutschen gehen, reisen, wahrnehmen, merken, verstehen, seine Gedanken oder Begierden auf etwas richten. Auch mit Hilfe von Linsen kann man sich hinter Horizonte sinnen.

So unterschiedliche Betrachtungsweisen, ob auch die einer Unschärferelation unterliegen? Wenn du etwas hinter einem Horizont aufsuchst, läßt du anderes hinter einem anderen zurück. Und wenn du dich mehr dem einen Organ zuwendest, verlierst du mit einem anderen etwas aus dem Blick. So trivial.

Und wenn du die Sonnenbrille aufsetzt, kann kein Prediger dich sehn.


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